Robert Ley 1890-1945

NS-Politiker

  • 1890

    15. Februar: Robert Ley wird als Sohn eines wohlhabenden Bauern in Niederbreidenbach (Rheinland) geboren.

  • 1914

    Abschluß seines Chemiestudiums mit der Promotion.

  • 1914-1917

    Ley nimmt als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Flieger an der Westfront.

  • 1917-1920

    Er verbringt drei Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft.

  • 1920-1928

    Ley erhält eine Anstellung bei den Bayer-Werken in Leverkusen. Seine Entlassung erfolgt aufgrund anhaltender Alkoholprobleme und wegen antisemitischer Angriffe auf einen Bankier.

  • 1923

    Ley wird Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

  • 1925

    Juni: Adolf Hitler beauftragt ihn mit der Führung des Gaus Rheinland-Süd.

  • 1928

    Mitglied des Preußischen Landtags für die NSDAP. Hitler überträgt ihm die hauptamtliche und damit bezahlte Organisationsleitung im Gau Köln-Aachen.
    Ley ist Mitbegründer des Parteiorgans "Westdeutscher Beobachter", das er vor allem für antisemitische Angriffe auf Waren- und Bankhäuser nutzt.

  • ab 1930

    Mitglied des Reichstags.

  • 1931-1934

    Reichsinspekteur und Stellvertreter des Reichsorganisationsleiters Gregor Strasser.

  • 1933

    Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler erhält Ley die Leitung des "Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit".
    3. Mai: Er leitet die Zerschlagung aller bisher freien und unabhängigen Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront (DAF). Die an die NSDAP angeschlossene DAF übernimmt das Beitragsaufkommen der früheren Gewerkschaftsmitglieder (1939: 539 Millionen Reichsmark). Mit diesem Kapital finanziert die DAF ihren Verwaltungsapparat, zahllose Wirtschaftsunternehmen und Gesellschaften. Als größte Massenorganisation im Dritten Reich (1938: 23 Millionen Mitglieder) kontrolliert die DAF Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften, ihre Entlohnung und Sozialversicherung sowie ihre Altersversorgung.
    Ley gründet innerhalb der DAF die Organisation "Kraft durch Freude" (KdF). Das umfangreiche und propagandistisch herausgestellte Massentouristik- und Freizeitprogramm soll die Bindung der Arbeiterschaft an die Partei verstärken.

  • 1934

    November: Als Nachfolger des ermordeten Gregor Strasser wird Ley Reichsorganisationsleiter der NSDAP.

  • 1935

    Die letzte der drei nach Leys Vorstellungen erbauten "Ordensburgen" wird im Allgäu fertiggestellt. Die Parteischulen sollen die 23- bis 30jährigen zu Politischen Leitern der NSDAP ausbilden.

  • 1937

    15. Januar: Gemeinsam mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach setzt Ley die Gründung der "Adolf-Hitler-Schulen" als Oberstufen-Internatsschulen durch. Sein Konzept für die Erziehung des Führungsnachwuchses sieht ein Erziehungs- und Ausleseverfahren von der Grundschule bis zur "Ordensburg" vor.

  • ab 1939

    Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs verliert Ley an Einfluß gegenüber seinen Rivalen Fritz Todt, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, dessen Nachfolger Albert Speer und Fritz Sauckel (1894-1946), Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz. Er versucht, seinen Machtverlust durch forcierte und brutale antisemitische Agitation auszugleichen.

  • 1945

    Verhaftung durch amerikanische Truppen.
    25. Oktober: Robert Ley erhängt sich im Nürnberger Gefängnis, bevor ihm vor dem Internationalen Militärgerichtshof der Prozeß gemacht werden kann.

(se)
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