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Einführung am 09.07.: Prof. Dr. Marcus Stiglegger

Eines Nachts ersticht der junge Willy den finsteren, übergriffigen Liebhaber seiner trunksüchtigen Mutter. Zwanzig Jahre später setzt ein versehentlich zerstörter Spiegel den Geist des Mordopfers frei, der nun nach Rache sucht an dem erwachsenengewordenen, seit der Mordnacht verstummten Willy und dessen Schwester, die der Gewalttat damals beiwohnte.

Nach zwei eher mäßig aufregenden und wenig einträglichen Produktionen mit Andy Warhol versuchte Lommel seinen dritten US-Film gezielter im Populärkinosegment zu platzieren. The Boogeyman rekurriert dafür auf eine ganze Reihe beliebter horrormythologischer Versatzstücke und zeigt sich außerdem deutlich von diversen Genrefilm-Klassikern inspiriert. Das Ergebnis überzeugt als psychotronischer Okkultgrusel mit dichter Herbstatmosphäre und unheilvoll wabernden Synthsounds, der vor allem im virtuos stilisierten Finale einige formale Glanzmomente setzt. Auch in kommerzieller Hinsicht geriert der Film zum Erfolg, spielte mehr als das siebenfache seiner Produktionskosten ein und führte kurzfristig die US-Kinocharts an. Den Schnitt besorgte Lommel angeblich im legendären Motel Tropicana unter Beratung von Zimmernachbar William S. Burroughs. (Christian Lenz)

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