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Alvorada – Aufbruch in Brasilien

BRD 1962, R/B/P: Hugo Niebeling, K: Herbert Müller, Andreas Lembcke, Antonio Estevao, Klanggestaltung: Oskar Sala, 73’ · 35 mm Vorprogramm: Fünf Jahreszeiten DDR 1961, R/B: Karl Gass, Sprecher: Gerry Wolff, 16’ ·35 mm Ein filmisches Kunstwerk über Brasiliens „Morgenröte“ in den frühen 1960er Jahren: Getragen von Energie und Optimismus, ungeheuer kraftvoll in seinen Bildern, kühn in seiner Montage, ein Werk, musikalisch durch und durch, ganz der Avantgarde verpflichtet. Alvorada – Aufbruch in Brasilien spannt einen Bogen von der Entdeckung des Landes durch die Portugiesen über die landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung bis hin zur Ankunft in der Moderne im Landesinnern, beispielhaft gezeigt am Aufbau der neuen Hauptstadt Brasilia. Begonnen als Auftragsfilm über das wirtschaftliche Engagement von Mannesmann in Brasilien, sprengte Hugo Niebelings Film bald jeden Rahmen. Fünf Monate dauerte die Drehzeit, 23.500 Kilometer legte das Team im Land zurück, zwei Jahre brauchte die Fertigstellung. Die Geldgeber waren unzufrieden, doch die Mühe lohnte sich: „In einer sehr eigenwilligen künstlerischen Form, mit einer manchmal den Beschauer geradezu strapazierenden stürmischen Vehemenz der Bildfolge und des Rhythmus, erhält man eine Gesamtschau über die Weite des Landes (...), die Menschen, mit gegerbten Gesichtern die Alten und temperamentvoller Vitalität die Jungen (...), von primitivem Leben bis an die Peripherie modernst gebauter Städte, von beelendender Armut und dem Reichtum händlerisch erwobenen Vermögens.“ (Süddeutsche Zeitung). Wo in Alvorada gegensätzliche Eindrücke verschmelzen, konzentriert sich der DEFA-Dokumentarfilm Fünf Jahreszeiten (1961) ganz auf die Armut der Landarbeiter im Norden Brasiliens und die Ausbeutung der Bodenschätze durch Großkonzerne, lauscht den Liedern und Hoffnungen auf ein Leben ohne Hunger. (ps) FR 02.05. um 20 Uhr · Einführung: Wolfgang Fuhrmann, Philipp Stiasny