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Cyankali

D 1930, R/B: Hans Tintner, K: Günther Krampf, D: Herma Ford, Grete Mosheim, Nico Turoff, Margarete Kupfer, Paul Henckels, 90’ · 35 mm Die junge Hete wird schwanger, doch ihr arbeitsloser Freund kann keine Familie ernähren. Als ihr ein Arzt unter Hinweis auf die Gesetzeslage die Abtreibung verweigert, besorgt sie sich Cyankali, um eine Fehlgeburt herbeizuführen. Qualvoll stirbt Hete an einer Überdosierung. Das Sozialdrama im Berliner Arbeitermilieu basiert auf dem umstrittenen Bühnenstück des Arztes und Kommunisten Friedrich Wolf. Von der Zensur als tendenziöses Pamphlet gegen den § 218 wahrgenommen, war der Film zeitweise verboten, weil er angeblich die Volksgesundheit gefährde, den Ärztestand verächtlich mache, das Vertrauen in die Rechtsprechung erschüttere und zum Klassenhass aufstachele. „Der Fachmann sieht vielleicht nur, was solch ein Film kostet – der Politiker staunt vor seiner Propagandamöglichkeit – und der Herr Zensor sieht nur den verbietenswerten Eingriff – (...) – wer aber ungehemmt und nicht einseitig dieses lichtlose Spiel überschaut, den muß seine Tendenz ergreifen, die Mahnung, nicht nachzulassen: die Welt zu bessern und zu bekehren“ (Film-Kurier, Nr. 123, 24.5.1930). (jr) DI 14.1. um 20 Uhr