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Die Mörder sind unter uns

D (Ost) 1946, R: Wolfgang Staudte, K: Friedl Behn-Grund, M: Ernst Roters, D: Ernst Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, Arno Paulsen, 90’ · 35 mm „Abzurechnen, wachzurütteln, aufzuräumen, Seelenschutt beiseite zu schaffen und vor allem, die neue deutsche Haltung zu dokumentieren“ (Werner Fiedler, Neue Zeit, 17.10.1946): Das hatte sich Wolfgang Staudte mit dem ersten deutschen Spielfilm nach dem Krieg – realisiert bei der gerade erst in der SBZ gegründeten DEFA – vorgenommen. Der durch das Erlebnis einer Geiselerschießung in Polen traumatisierte Kriegsheimkehrer Hans Mertens versinkt im Nachkriegsberlin in Depressionen, aus denen ihn auch die junge, aus einem Konzentrationslager zurückgekehrte Susanne Wallner nicht befreien kann. Als er seinen totgeglaubten ehemaligen Kommandeur wiedertrifft, will er ihn am Weihnachtsabend 1945 erschießen, um endlich Gerechtigkeit zu schaffen. Den Bruch mit dem Ufa-Ablenkungskino markiert die expressionistische Bildsprache, die die Ruinen des Nachkriegsberlin in düstere Seelenlandschaften verwandelt und die ästhetischen Maßstäbe für die nachfolgenden Trümmerfilme setzt. „Dass dieser Film jedem Deutschen etwas zu sagen hat, steht außer Zweifel. Wir möchten diese Feststellung sogar erweitern und sagen: Ein guter Deutscher ist förmlich daran zu erkennen, ob und wie er von diesem Film gepackt wird.“ (Walter Lennig, Berliner Zeitung, 17.10.1946) (jr) SO 10.05. um 20.30 Uhr + SA 16.05. um 19 Uhr