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Der Film Ekmek parasi bewegt sich nur gedanklich in die Türkei: Während die Körper der Arbeiterinnen in einer Lübecker Fischfabrik am Fließband bleiben, wird gesungen und getanzt, um die Schwere der Arbeit zu ertragen. Hier im Nordosten Deutschlands scheint spätestens nach der Wende die Hoffnung auf ein besseres Leben zu Nichte. Das Geld reicht gerade einmal für das Brot. Der Fisch kommt aus der Fabrik, dessen Gestank sich auch nach Schichtende in alle Fasern und Furchen legt. Das Einzige, was an so etwas wie Autonomie und Leben erinnert, ist der Schrebergarten, der das nötige Gemüse erbringt. Während die türkischen Frauen von der Härte der deutschen Vorarbeiterinnen berichten, tönt der unerträgliche Lärm der Maschinen. In langen, nahen Einstellungen wird die Anstrengung der flinken, sich wiederholenden Handgriffe eingefangen (acht Frauen packen um die 20.000 Dosen am Tag). Ein trostloser, deprimierender Film, dessen Bilder dennoch eine Schönheit vermitteln und den Stolz abgearbeiteter Hände. (fib)

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