Direkt zum Seiteninhalt springen

Jahrgang 45

DDR 1966, R: Jürgen Böttcher, B: Klaus Poche, Jürgen Böttcher, K: Roland Gräf, D: Monika Hildebrand, Rolf Römer, Paul Eichbaum, Holger Mahlich, 94’ · 35 mm Alfred (Al) und Lisa (Li), ein junges Ehepaar vom Prenzlauer Berg, wollen sich trennen. Der Automechaniker nimmt sich ein paar Tage frei, bummelt durch Berlin, trifft Freunde und Fremde und lässt eine Moralpredigt seines Kaderleiters über sich ergehen. An den lakonischen Alltagsbeobachtungen der jungen Tschechen und der spielerischen Leichtigkeit der Nouvelle Vague orientiert, hätte das Spielfilmdebüt des Dokumentaristen Böttcher dem DEFA-Film einen ganz neuen Ton geben können, doch die „Heroisierung des Abseitigen“ durch eine „indifferente, gedankenlose, unreife und asoziale“ Hauptfigur führte zum Abbruch des Films im Rohschnitt. „Kein Wort fällt gegen die Verhältnisse; auch die Bilder lassen für sich genommen keine Anklage erkennen. Aber er versteht es, ein Lebensgefühl zu vermitteln, das zwar einerseits unendlich weit über die Grenzen der DDR hinausreicht, andererseits aber deren spießbürgerliche Ödnis und gedankenleere Hoffnungslosigkeit gnadenlos hervorkehrt.“ (Peter Buchka, Süddeutsche Zeitung, 20.2.1990). (jr) SA 11.1. um 19 Uhr + SO 12.1. um 20.30 Uhr