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Kalender einer Ehe – Ein Film zum Thema Gleichberechtigung

Die beiden in den 1970er Jahren in der DDR entstandenen Filme Kalender einer Ehe und Kinder kriegen? lassen sich sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihrer Produktionshintergründe als Gegenstücke betrachten. „Der Alltag hinkt mitunter dem Gesetz hinterher“, heißt es in ersterem, der ein scheinbar gleichberechtigtes Ehepaar in einer Spielfilmhandlung inszeniert und der mittels dokumentarischer Aufnahmen versucht, den alltäglichen Attitüden gegenüber Pille und Schwangerschaftsabbruch nahezukommen. Auf Gehwegen und Plätzen werden junge Studentinnen befragt, die bereits Kinder haben, Arbeiterinnen, die sich weiter qualifizieren möchten, sowie Ärzte, die vor der Gefährlichkeit einer Abtreibung warnen. Obwohl Kalender einer Ehe Expert*innen und Passant*innen scheinbar nur nebeneinanderstellt, legitimieren die auf der Straße getroffenen Aussagen die Meinung der Fachleute.
Einer dieser Fachleute, ein Arzt, gibt fünf Jahre später in Sybille Schönemanns Hochschulfilm Kinder kriegen? an, jährlich circa 200 Schwangerschaftsunterbrechungen durchzuführen. Kinder kriegen? versucht, hinter diese abstrakte Zahl zu blicken. Zwischen Behandlungszimmer, Krankenhausflur und Gesprächsrunde umreißt der Film in einer Collage Einstellungen und Erfahrungen von Betroffenen, die ihre soziale Position und ihre Rechte in der Gesellschaft wenig zu reflektieren scheinen. (mbh)

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