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Kurzfilmprogramm

Kirche in geteilter Stadt

Kirche in geteilter Stadt Inseln des Glaubens BRD 1959, R: Rudi Flatow, 10’ · 35 mm Kirche in geteilter Stadt BRD 1961, R: Karl Blanckmeister, 23’ · 35 mm Unter einem Dach – Die Evangelische Kirche in Berlin-West BRD 1964, 40’ · 35 mm Memento DDR 1966, R: Karlheinz Mund, 16’ · 35 mm SO 20.11. um 18 Uhr + MI 23.11. um 20 Uhr · Einführung: Jeanpaul Goergen Während des Zweiten Weltkriegs werden etwa zwei Drittel der 285 Berliner Kirchen zerstört. Ende der 1950er Jahre sind im Westteil der Stadt bereits viele wieder aufgebaut bzw. im modernen Stil neu errichtet. In Inseln des Glaubens (BRD 1959) stellt Rudi Flatow Gebetshäuser verschiedener Religionsgemeinschaften vor, darunter auch die Synagoge in der Charlottenburger Pestalozzistraße, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten entgangen war. Noch unter dem Eindruck des Mauerbaus am 13. August 1961 entstanden, klagt Kirche in geteilter Stadt (BRD 1961) in scharfen Tönen Walter Ulbricht an; der Film stellt einige der Erschwernisse vor, mit denen die katholischen Kirche in West-Berlin zu kämpfen hat. Mit zahlreichen Berlin-Aufnahmen informiert Unter einem Dach (BRD 1964) über die umfangreichen Aktivitäten der Evangelischen Kirche, etwa über die Bahnhofs- und Stadtmission, einen Kirchentag in der Waldbühne, das Haus der evangelischen Jugend in Kladow und eine Predigt von Bischof Otto Dibelius. Im Ostteil der Stadt nähert sich Karlheinz Mund in Memento (1966) dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. „Jüdischer Gesang erklingt, Zahlen schmerzen dem Gedächtnis, Erinnerungsarbeit wird vorsichtig in Gang gesetzt, und nicht nur die Arbeit eines Steinmetzen, dem Mund auf dem Friedhof zusah, verdeutlicht, daß die Vergangenheit kein abgeschlossenes Kapitel darstellt. Einzelne Einstellungen ungepflegter Grabmäler fielen der Zensur zum Opfer.“ (Hans-Jörg Rother). (jg)