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Eröffnung der Werkschau · Zu Gast: Gerd Kroske

Leipzig im Herbst ist ein einzigartiges filmisches Dokument der Montagsdemonstrationen in Leipzig, Momentaufnahme und Rekonstruktion der Geschehnisse zugleich. In Gesprächen mit unterschiedlichen Akteur*innen entsteht das vielschichtige Panorama einer Gesellschaft im Umbruch, bei dem sowohl Demonstrierende als auch politische Amtsträger, Arbeiter*innen in den Fabriken genauso wie Polizisten zu Wort kommen. Die Sympathien der Filmemacher Gerd Kroske und Andreas Voigt liegen bei den jungen Menschen auf der Straße, denen die Kamera aus nächster Nähe begegnet, während die Repräsentanten des Staates hinter ihren langen, glattpolierten Schreibtischen verschanzt bleiben.

Ein Jahr später spürt Kroske in Kehraus den Überresten der friedlichen Revolution nach. Wenn Kanzler Kohl auf dem Karl-Marx-Platz eine junge, dynamische Zukunft für Sachsen verspricht, bleibt die Kamera bei den Pauschalarbeiter*innen der Stadtreinigung, die im Anschluss die liegengelassenen Wahlversprechen wegkehren. Es sind dieselben Menschen, die in Leipzig im Herbst noch widerwillig die Parolen der Demonstrationen entsorgten. Auf den leeren Plätzen des nächtlichen Leipzigs berichten sie von Armut, Alkoholsucht und sozialer Isolation. (mxg)

Leipzig im Herbst


DDR 1989
35mm

R: Gerd Kroske, Andreas Voigt, K: Sebastian Richter, S: Manuela Bothe, Karin Schöning, 54‘

Kehraus


D 1990
35mm

R/B: Gerd Kroske, K: Sebastian Richter, 30‘

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