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Jeanpaul Goergen

Linie 8

Abrisshäuser am Heinrichplatz (heute: Rio-Reiser-Platz) in Kreuzberg, zugenagelte Fenster, an den Wänden Graffiti und Plakate. In Mamma Hemmers geht mit ihrem Pastor zum letzten Mal über'n Heinrichplatz: Kreuzberg adiö (1981) notiert Rosi S.M. Fundstücke: Anarchisten rufen zum Wahlboykott auf. Ein Umzug fordert „Neues Leben statt neuer Mauern“. Der „Oranienbasar“ hat bereits dichtgemacht. Die Fahrschule von Soför Okulu und die „Schuhreparatur“ mit „Absatzbar“ werben noch für Kunden. Baustellen und Neubauten verändern den Platz.

In dem Experimentalfilm Außenposten (1983) lässt sich Hartmut Fittkau von Eisenstein, Vertov und Ivens sowie von Ruttmanns Berlin. Die Sinfonie der Großstadt von 1927 inspirieren, um bei seinen Streifzügen durch die Stadt das Gefühl der Belagerung und Bedrohung einzufangen. In assoziativen Bilderketten spiegelt sich das Gefühl der ebenso allgegenwärtigen wie diffusen Bedrohung der Frontstadt West-Berlin.

Linie 8 (1983) erforscht den Erlebnisraum Berliner U-Bahn. Irina Hoppe sammelt Eindrücke und Geräusche in und am Rande der Linie 8. Interviews mit Fahrgästen lassen Berliner Historie aufscheinen, während an der Oberfläche der Häuserkampf tobt.

In dem Cinemascope-Film Berliner Blau (1986) verfremden Hartmut Jahn und Peter Wensierski die West-Berliner Seite der Mauer mit künstlerischen Aktionen und tricktechnischen Effekten: Die bunt bemalte und bekritzelte Mauer wird zur Spielfläche für phantasievolle Interventionen. (jg)

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