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Kurzfilmprogramm

Morenga

Morenga BRD 1983, R: Egon Günther, K: Gernot Roll, D: Ken Gampu, Jacques Breuer, Manfred Seipold, Arnold Vosloo, 3 Teile: 88’, 93’, 76’ · DVD SO 06.11. um 17 Uhr Dreiteiliger Fernsehfilm nach dem gleichnamigen historisch-dokumentarischen Roman von Uwe Timm, gedreht an Originalschauplätzen in Namibia und Berlin. Roman und Film beziehen sich auf die historische Figur des afrikanischen Widerstandskämpfers Jakob Marengo (ca. 1875-1907). Anfang 1904 kämpft die deutsche Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika gegen die aufständischen Herero. Am 30. August beginnt im Süden des Landes der Aufstand der Nama. Ihr Anführer ist der Minenarbeiter Jakob Morenga, der die Deutschen in einen zermürbenden Guerillakrieg verwickelt. Mit der Verstärkung aus Deutschland kommen auch die Veterinäre Wenstrup und Gottschalk ins Land, die sich freiwillig gemeldet hatten. Gottschalk, der bald die Sinnlosigkeit des Kampfes erkennt und sich heraushalten will, wird von Morenga gefangen genommen. Es kommt zu einem eigentümlichen Gespräch zwischen dem deutschen Tierarzt und dem Guerillaführer. Aber Gottschalk wird von beiden Seiten ausgenutzt, sein Engagement scheitert und der blutige Kampf geht unvermindert weiter. „Morenga, als moralische Parabel angelegt, ist auf stille Art ein sehr politischer Film. Denn das letzte Kapitel, das endgültige Arrangement zwischen den Weißen, die in vier Generationen aus Eindringlingen zu Bürgern geworden sind, und den Schwarzen, die die koloniale Rollenverteilung nicht als endgültig akzeptieren können, dieses Arrangement steht immer noch aus.“ (Günther Mack, Die Zeit, 8.3.1985). (jg)