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Kurzfilmprogramm

Nachtwache

Nachtwache BRD 1949, R: Harald Braun, B: Harald Braun, Paul Alverdes, K: Franz Koch, Josef Illig, D: Luise Ullrich, Hans Nielsen, René Deltgen, Dieter Borsche, 110‘ · 35mm FR 26.05. um 18.30 Uhr + SO 28.05. um 20.30 Uhr Der verwitwete Pastor Heger kommt mit seiner kleinen Tochter in das vom Krieg gezeichnete Burgdorf, wo er einerseits den katholischen Kollegen Kaplan von Imhoff, andererseits die ebenso junge wie patente Ärztin Cornelie kennenlernt. Letztere verlor bei einem Bombenangriff ihr Kind und damit auch allen Glauben; ersterer, einst Fliegerass, fand im Inferno des Gefechts zu Gott. Der von Melancholie und Zynismus innerlich zerfressene Schauspieler Stefan Gorgas kommt ebenfalls nach Burgdorf, im Rahmen einer Freilichtbühnen-Tournee – gegeben wird Hugo von Hofmannsthals Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Ihrer aller Wege werden sich kreuzen, und der Tod wird erneut seine Ernte einfahren können. Nachtwache gehört zu den am gründlichst missverstandenen Werken der bundesdeutschen Filmgeschichte. Harald Brauns Kapitalwerk ist nämlich weniger eine Parabel von der erlösenden Kraft des Christentums, an die damals weite Kreise unbedingt glauben wollten, als vielmehr ein vom Existentialismus geprägter, grausam melodramatischer Essay über der Menschen Geworfenheit. (om)