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Panzerkreuzer Potemkin

UdSSR/D 1925, R: Sergej M. Eisenstein, Dt. Bearb.: Phil Jutzi, B: Nina Agadzanova, K: Edouard Tissé, M: Edmund Meisel, D: Aleksandr Antonov, Vladimir Barskij, Grigorij Aleksandrov, Mihail Gomorov, 44’ · deutsche Nadeltonfassung von 1930 Potemkin frei!
DDR 1974, R: Ulrich Weiß, K: Peter Milinski, MW: Günter Rücker, Viktor Šklovskij, Hans Rodenberg, Grigorij Aleksandrov, 50’ · 35 mm
Das überwältigende Revolutionsepos über den Matrosenaufstand von 1905 in Odessa war einer der umstrittensten Zensurfälle der Weimarer Republik. Von linksgerichteten Intellektuellen als Meilenstein der Filmkunst gefeiert, galt es den Rechtsparteien als „bolschewistische Zersetzungspropaganda“, die zum Umsturz der Staatsordnung aufrief und durch Unterhöhlung des Autoritätsprinzips die Disziplin des Militärs gefährdete. Panzerkreuzer Potemkin durchlief ab 1926 acht Zensurverfahren, in denen er wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ verboten, in gekürzten Versionen freigegeben und 1930 schließlich als Tonfilm zugelassen wurde. Dieses frühe Experiment der Nachvertonung eines Stummfilms basiert auf der 1928 von Phil Jutzi erarbeiteten Schnittfassung. Unter Leitung von Alois Johannes Lippl wurde die Originalmusik von Edmund Meisel neu eingespielt und ergänzt um Geräuschkompositionen sowie Sprech- und Gesangschöre. Die Zwischentitel ersetzte ein hochgradig stilisierter Dialog, der unter anderem von Friedrich Gnass und Mitgliedern des Piscator-Ensembles gesprochen wurde.In der TV-Dokumentation Potemkin frei! nähert sich der spätere Spielfilm-Regisseur Ulrich Weiß den Zensur-Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik durch Interviews mit Zeitzeugen, Interpretationen zum Film und eine minutiöse Aufarbeitung der Verbotsgeschichte. (jr) Die digitale Rekonstruktion der deutschen Nadeltonfassung von Panzerkreuzer Potemkin aus dem Jahr 1930 ist ein Projekt der Universität der Künste Berlin, des Österreichischen Filmmuseums Wien und des Technischen Museums Wien mit Österreichischer Mediathek, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Projekts „DVD als Medium kritischer Filmeditionen“. Die Kopie wurde freundlicherweise vom Österreichischen Filmmuseum zur Verfügung gestellt. MI 8.1. um 20 Uhr · Einführung: Anna Bohn