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Kurzfilmprogramm

Recycled Cinema: Ethik der Aneignung

Die Tagung Recycled Cinema diskutiert die Praxis der Archivnutzung im Filmbereich und ästhetische Strategien eines „Kinos aus zweiter Hand“. Die Teilnehmer setzen sich unter anderem mit Fragen der Zukunftsfähigkeit und Zugänglichkeit unseres audiovisuellen Gedächtnisses sowie mit Perspektiven des Zitatrechts im Film auseinander. Keynote „Ethik der Aneignung” (in englischer Sprache) von Prof. Dr. Thomas Elsaesser Der international renommierte Filmhistoriker Thomas Elsaesser eröffnet Recycled Cinema am 11. September um 20 Uhr mit einer Keynote, die sich mit Beispielen filmischer Aneignung von bereits verwendetem oder vorgefundenem Filmmaterial auseinandersetzt und zeigt, wie die Zusammenarbeit von Archiven, Wissenschaftlern und Künstlern eine lebendige Archivarbeit ermöglichen und zukunftsweisende Perspektiven vermitteln kann. Wann tauchen bei der Gestaltung eines neuen Filmwerks aus altem Material ethische Fragestellungen auf? Anhand von Film- und Archivbeispielen, die Found Footage, Home Movies und historisch vorbelastetes Material verwenden, widmet sich Thomas Elsaesser zeitgenössischen Fragen und Problemen im Umgang mit filmischem Archivmaterial. Welche Montageprinzipien und Inszenierungspraktiken ermöglichen eine Neubewertung des Ausgangmaterials? Oftmals müssen fiktional rekonstruierte Szenen das fehlendes Archivmaterial ersetzen. Wann und warum sind der (Aus-) Weg über die Fiktion oder das „Re-enactment“ legitim? Wie nähern sich Filmemacher über den Umgang mit Archivmaterial ihren Stoffen und Geschichten? Wie kann ein Archiv hierbei von der künstlerischen „Auswertung“, vom Entstehen eines kulturellen Mehrwerts „profitieren“? Darüber hinaus stößt uns das filmische Zitieren auf neue Fragen: Wer ist der Autor eines Films, der „rein“ aus Archivmaterial besteht? Muss der Begriff des Filmautors im Zeitalter des Zitierens und Kopierens neu überdacht werden?