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Seine Mutter könne ihm jetzt besser bei den Mathe-Hausaufgaben helfen, erzählt Doris‘ Sohn stolz grinsend dem Kamerateam. Doris ist eine von 32 Frauen, die 1977 in einem Pilotprojekt des Berufsförderungszentrum Essen in ‚Männerberufen‘, in diesem Fall in den Bereichen Metall oder Elektronik, ausgebildet werden. Die Maßnahme soll die Arbeitslosigkeit unter Frauen bekämpfen.

Tuchtenhagen und Held zeigen die ersten schwierigen Schritte ihrer Protagonistinnen in männlich dominierten Berufen, und dies lange vor dem ersten Girl’s Day. Die Frauen lachen, sie verzweifeln aber auch an den Aufgaben, vor die sie Berufsschule, Ehemänner und fordernde Kinder stellen. Nebenbei gelingt den Regisseurinnen zudem das Portrait einer Region, der in den 1970er-Jahren noch über drei Jahrzehnte Strukturwandel bevorstehen. Doris‘ Ehemann Helmuth ist Bergarbeiter. So ganz geheuer ist es ihm nicht, dass seine Frau ihm auf einmal den Unterschied zwischen Elektrik und Elektronik erklären kann. (sh)