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Stern von Rio

BRD/I 1955, R: Kurt Neumann, K: Willy Winterstein, D: Maria Frau, Johannes Heesters, Willy Fritsch, Jester Naefe, Franco Andrei, 100’ · 35 mm Vorprogramm: Rio – 40 Grad BRD 1960, R: Fritz Illing, 9’ · 16 mm Liegt Rio nicht in Wahrheit an der Spree? Als Artur Brauner 1960 ein prächtiges Remake von Stern von Rio (1939) drehen lässt, entstehen zwar auch Aufnahmen in Rio, die meisten Tanzszenen und Eindrücke vom brasilianischen Karneval werden jedoch in den Spandauer CCC-Studios inszeniert: „Karneval in Rio de Janeiro! Fünf Aufnahmeleiter bemühen sich, mit Megaphonen und Mikrophonen Ordnung in das bunte Gewimmel von fünfhundert Menschen zu bringen. Die CCC hat ganze Völkerschaften aufgeboten, man sieht Gesichter in allen Schattierungen. Zu 150 Tänzern und Tänzerinnen kommen noch 300 Komparsen und alle 50 mehr oder weniger dunklen Neger, die in Berlin aufzufinden sind.“ (Berliner Morgenpost, 4.2.1955) Die abenteuerlich-melodramatische Geschichte dreht sich um einen wertvollen Edelstein, den ein junger Draufgänger in Brasilien bei der verbotenen Suche nach Diamanten findet und den er der Tänzerin Chiquita schenkt. Der Besitzer des Fundortes, Don Felipe, fordert den Edelstein jedoch zurück, weshalb sich Chiquita nun an Don Felipe heranmacht. Für die Regie verpflichtete Brauner den in Nürnberg geborenen Kurt Neumann, der um 1930 nach Amerika ausgewandert war und 1954/55 für einige Filme nach Deutschland zurückkam. Brasilien als Handlungsort für Abenteuerfilme war Neumann keineswegs fremd: Ein Jahr vor Stern von Rio hatte er mit Mannequins für Rio (1954) schon einen Beitrag zum Thema des transatlantischen Frauenhandels geleistet. (ps) SO 25.05. um 18.30 · Einführung: Stefanie Mathilde Frank