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Die Handlung setzt im Paris der wilden Siebziger ein. Der in die Jahre gekommene Zahnarzt Michel ist unglücklich, trotz eigener Praxis, Luxusapartment und seiner schönen Frau Isabelle. Auch zahlreiche Affären, die Isabelle sogar billigt, stellen ihn nicht zufrieden. Eines Tages bestellt er sich eine lebensgroße Puppe aus Japan, mit der er fortan intime Stunden verbringt. Die anfängliche Spielerei wird bald zur Obsession. Michel entwickelt eine seltsame Hingabe für sein Mannequin, das für ihn die Attribute einer perfekten Frau besitzt: Es ist attraktiv, für immer jung und widerspricht niemals. Michels unkonventionelle Beziehung sorgt nicht nur für kuriose Reaktionen in seinem Umfeld, sondern auch für den Bruch mit seinem alten Leben.

Tamaño natural inszeniert den Fetisch als Reflexion über die Einsamkeit. Der brillante Hauptdarsteller Michel Piccoli produzierte den Film mit. Berlanga hat Tamaño natural mehrmals als seinen besten Film bezeichnet. Der in seinem Werk sonst so übliche Choralcharakter ist hier kaum vorhanden – der Film besteht hauptsächlich aus monologischen Gesprächen eines Mannes mit einer Puppe. Die Ästhetik des Films weicht auch vom üblichen Neorealismus ab und erinnert eher an Arbeiten von Michelangelo Antonioni oder René Clair.

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