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The Road Back

USA 1937, R: James Whale, D: John King, Richard Cromwell, Slim Summerville, Maurice Murphy, 97’ · 16 mm, OF Hatte Erich Maria Remarque in seinem Bestseller Im Westen nichts Neues (1929) von der Zerstörung einer jungen Generation durch den Weltkrieg erzählt, so handelte sein folgender Roman Der Weg zurück (1931) von den Schwierigkeiten der nach Kriegsende heimkehrenden Soldaten, wieder im Zivilleben Fuß zu fassen und vom Auseinanderdriften der deutschen Gesellschaft in Zeiten der Revolution und politischer Unruhen. Eigentlich sollte Der Weg zurück schon kurz nach seinem Erscheinen in Hollywood verfilmt werden, doch als die Antikriegsbücher von Remarque nach der nationalsozialistischen Machtübernahme verboten und verbrannt wurden, zog die Produktionsfirma Universal das Projekt zurück: Zu groß war die Sorge, ein Streit mit den Nazis könnte die allgemeinen geschäftlichen Interessen der Firma in Deutschland beschädigen. Tatsächlich versuchten Mittelsmänner der Nazis, auf Projekte der auf dem deutschen Markt aktiven Hollywoodstudios Einfluss zu nehmen und drohten mit Boykott. 1937 wurde die Verfilmung von Der Weg zurück dann doch realisiert – unter der Regie des Briten James Whale, der mit Journeys End (1930) und Hell’s Angels (1930) bereits zwei sehr unterschiedliche Weltkriegsfilme inszeniert hatte. Bis heute berühmt ist er durch seinen Horrorfilm Frankenstein (1931). Da sich die neuen Inhaber von Universal weiter um ihren Zugang zum deutschen Markt sorgten, ließen sie den neuen Remarque-Film gegen den Willen des Regisseurs so entschärfen, dass die Kritik des Autors am wieder aufkeimenden Militarismus und am Nationalsozialismus fast unkenntlich wurde. Kritisch bemerkte dazu Frank S. Nugent in der New York Times: „Universal hat dieses Thema ausgedünnt, unter Wert verkauft und ihm die Spitzen genommen. (...) Ich sage nicht, dass dieser Film keine Verdienste hat. Betrachtet man ihn unabhängig vom Roman, so haben wir es mit einem halbwegs wirkungsvollen Kriegsfilm zu tun, der gewiss auf einem höheren Niveau steht als die meisten Kriegsfilme aus Hollywood, die wir bisher sahen.“ (17.6.1937) (ps) SA 19.07. um 21 Uhr