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Was wissen wir schon von denen? Eine türkische Frauengruppe in Hamburg

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Töchter zweier Welten

Die zahlreichen Fernsehbeiträge, an denen Gisela Tuchtenhagen mitwirkte (und von denen einige aus rechtlichen Gründen derzeit nicht vorgeführt werden können), eint meist ihre feministische Thematik. Der NDR-Beitrag Was wissen wir schon von denen? gibt Einblick in die Arbeit einer türkischen Frauengruppe auf der zweiten Hamburger Frauenwoche, ein politisches Bildungsprogramm, welches von der Hochschule für Wirtschaft und Politik unter dem Motto „Frauen lernen gemeinsam“ veranstaltet wurde. Der Beitrag, der erstmalig mit einem reinen Frauenfernsehteam entstand, dokumentiert eindrücklich den Argwohn und die islamophoben Klischees, mit denen Frauen türkischer Herkunft in der westdeutschen Frauenbewegung konfrontiert sind, und unternimmt einen Versuch, Vorurteile abzubauen und gegen Diskriminierung vorzugehen. Die Frage des Titels beschreibt dabei ein Problem, welches auch in innerfamiliären Beziehungen zu finden ist: Töchter zweier Welten stellt die Diskrepanz zwischen den beiden Kulturen anhand einer Mutter-Tochter-Beziehung dar: die Mutter Şeriban, die nach Deutschland kam, um der Armut zu entfliehen, und die Tochter Meral, die, in Deutschland großgeworden, wiederum aus einer Zwangsehe flieht. Ihre unterschiedlichen Lebensvorstellungen werden durch Aufnahmen von einem dörflichen Hochzeitsfest und Merals Schilderung ihrer traumatischen Erlebnisse sichtbar. Serap Berrakkarasu und Gisela Tuchtenhagen geben den beiden Frauen Raum, ihre Sorgen und Nöte zu äußern. Film wie Fernsehbeitrag wurden von der Redakteurin Barbara Schönfeldt produziert, die feministischem Begehren der Zeit einen Sendeplatz gab. (fib)

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