Deutschland um 1900
Zeughaus Berlin, 26. März - 15. Juni 1993
 
   
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Deutschland um 1900



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92 Prozent aller Schüler im Deutschen Reich verließen die Schule mit dem Ende der Volksschulzeit, also nach der achten Klasse. (Nur in Bayern endete die Schulpflicht bereits nach der siebten Klasse). Für die evangelischen Schüler (und die Mehrheit der Bevölkerung war evangelisch) fielen Konfirmation, Schulentlassung und der Beginn des Arbeitslebens zusammen. Anders als die katholische Kommunion war die Konfirmation für die Heranwachsenden nicht nur eine kirchliche Feier, sondern zugleich ein zentraler lebensgeschichtlicher Einschnitt.

Die Bedeutung der Konfirmation für die nächste Lebensstation zeigte sich auch darin, daß zur Erlangung eines Arbeitsplatzes die Vorlage des Konfirmationsscheins oftmals wichtiger war als das Schulentlassungszeugnis. Dienstmädchen wurden wohl mit abgebrochener Schulausbildung, aber erst nach der Konfirmation eingestellt. Die Dienstherren wollten auf diese Weise die Ausfallzeiten durch den Konfirmandenunterricht vermeiden.

Die Jugendweihe (die man heute zumeist mit der DDR in Verbindung bringt) gab es bereits seit dem 19. Jahrhundert. Allerdings nahmen um die Jahrhundertwende nur wenige Heranwachsende, besonders in Berlin und Hamburg, daran teil. Dieses freireligiöse Fest des Erwachsenwerdens, das eng an die Arbeiterbewegung gebunden war, erlangte erst in der Weimarer Zeit größere Verbreitung.

Drei Viertel aller Jugendlichen erlernten einen Beruf (unter ihnen waren die Jungen aber sehr viel stärker vertreten als die Mädchen). Die zumeist drei bis vier Jahre dauernde Lehrzeit, für die ein Lehrgeld zu entrichten war, wurde im allgemeinen im Hause des Lehrherrn absolviert. Dessen "väterliche Zucht" bestimmte die Lehrjahre ebenso wie lange Arbeitstage. Laut Gesetz vom 1. Juni 1891 wurde zwar die tägliche Arbeitszeit für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren auf zehn Stunden begrenzt; diese Regelung galt aber nur für die Fabriken, nicht für die Handwerksbetriebe.

Eine Berufsschulpflicht gab es vor 1918 nicht; in den großen Städten besuchte aber ein erheblicher Teil der arbeitenden Jugend die Berufs- und Fortbildungsschulen.

Für die Mädchen bedeutete das Ende der Schulzeit zumeist nicht den Beginn einer Lehre, sondern einer Anlerntätigkeit in Werkstatt oder Fabrik. Das "in Stellung gehen", die Mithilfe bei der Heimarbeit der Mutter oder in der elterlichen Landwirtschaft gehörten ebenso zu den typischen Beschäftigungen der Mädchen der unteren Schichten bis zur Heirat.

Exponate
 
   
               
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