Hermann Müller 1876-1931

Politiker

  • 1876

    18. Mai: Hermann Müller wird als Sohn eines Schaumweinfabrikanten in Mannheim geboren.

  • 1882-1899

    Schulbesuch in Mannheim und Dresden, kaufmännische Lehre in Frankfurt/Main und Arbeit als Handlungsgehilfe in Frankfurt/Main und Breslau.

  • 1893
  • 1899-1906

    Redakteur einer sozialdemokratischen Zeitung in Görlitz.

  • 1902

    Müller nimmt erstmals als Delegierter an einem SPD-Parteitag teil.

  • 1903-1906

    Stadtverordneter in Görlitz.

  • 1906

    Auf Vorschlag von August Bebel wird Müller in den Parteivorstand der SPD gewählt, wo er eine zentristische Position bezieht. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse widmet er sich vor allem den internationalen Verbindungen der Partei.

  • 1914

    Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs reist Müller nach Frankreich, um mit den französischen Sozialisten eine gemeinsame Haltung zum drohenden Krieg abzustimmen. Es kommt zu keiner Einigung.

  • 1914-1918

    Während des Kriegs vertritt Müller die Politik des "Burgfriedens".

  • 1916

    Durch eine Nachwahl gelangt Müller zum ersten Mal in den Reichstag.

  • 1918

    Mitglied des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte von Groß-Berlin.

  • 1919

    19. Januar: Müller wird in die Nationalversammlung gewählt.
    Nach dem Amtsantritt von Friedrich Ebert als Reichspräsident wird Müller gemeinsam mit Otto Wels zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt.
    Juni: Müller wird Außenminister der Regierung Gustav Bauer und unterzeichnet in dieser Funktion den Versailler Vertrag.

  • 1920

    März: Nach dem Ende des Putsches von Walther von Lüttwitz und Wolfgang Kapp wird Müller Reichskanzler einer Neuauflage der "Weimarer Koalition".
    6. Juni: Niederlage der Parteien der "Weimarer Koalition" bei der Reichstagswahl und Rücktritt Müllers als Reichskanzler. Als Abgeordneter des Wahlkreises Franken zieht Müller in den Reichstag ein und nimmt den Doppelnamen Müller-Franken an. Er wird Vorsitzender der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion.

  • 1921

    Auf dem Parteitag der SPD begründet Müller einen Antrag, der der Partei auf Reichs- und Landesebene Koalitionen mit der Deutschen Volkspartei (DVP) ermöglicht.

  • 1923

    Müller wird in die Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale (SAI) gewählt.

  • 1928

    Müllers Buch "Die Novemberrevolution" erscheint.
    28. Juni: Nach dem Erfolg der SPD bei der Reichstagswahl vom 20. Mai bildet Müller eine Regierung der "Großen Koalition" aus SPD, DVP, Zentrum und Deutscher Demokratischer Partei (DDP).

  • 1930

    12. März: Mit der Annahme des "Young-Plans" durch den Reichstag erzielt die Regierung Müller einen bedeutenden außenpolitischen Erfolg.
    27. März: Müller tritt als Reichskanzler zurück, da die SPD-Fraktion ihm die Unterstützung bei einem Kompromiß in der Frage der Arbeitslosenversicherung verweigert.
    September: Unter dem Eindruck des Wahlerfolgs der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ruft Müller die Sozialdemokraten auf, die bürgerliche Regierung unter Heinrich Brüning zu unterstützen.

  • 1931

    20. März: Hermann Müller stirbt im Alter von 54 Jahren in Berlin an den Folgen einer Gallenoperation.

(am)
lo