Ludwig Renn 1889-1979

Schriftsteller

  • 1889

    22. April: Ludwig Renn wird als Arnold Friedrich Vieth von Golßenau in Dresden geboren. Sein Vater, Johann Vieth von Golßenau, ist Mathematikprofessor und Erzieher am Dresdner Hof.

  • 1910

    Nach dem Abitur beginnt er eine Offizierslaufbahn im 1. Königlich-Sächsischen Leibgrenadierregiment Nr. 100.

  • 1914-1918

    Im Ersten Weltkrieg leistet er zunächst als Regimentsadjutant, dann als Kompanie- und Bataillonsführer den Dienst an der Westfront.

  • 1919

    Er kehrt als Wahlführer eines Bataillons nach Dresden zurück.

  • 1920

    Als Hundertschaftsführer der sozialdemokratisch ausgerichteten Sicherheitspolizei weigert er sich während des Lüttwitz-Kapp-Putsches, auf revolutionäre Arbeiter zu schießen, und quittiert kurz darauf im Rang eines Hauptmanns den Dienst.

  • 1920-1923

    Er studiert Jura, Nationalökonomie, Kunstgeschichte und russische Philologie in Göttingen und München.

  • 1923

    In der Zeit der Inflation ist er in Dresden im Kunsthandel tätig.

  • 1925/26

    Er unternimmt eine Fußreise durch Südeuropa und den Orient.

  • 1926/27

    In Wien nimmt er sein Studium wieder auf, jetzt mit der Kombination Archäologie und Ostasiatische Geschichte.

  • 1927

    Die Lektüre der Werke von Karl Marx, John Reed (1887-1920) und Wladimir I. Lenin und das Miterleben der polizeilichen Gewalt gegen demonstrierende Arbeiter am Justizpalast in Wien werden Ausgangspunkt für sein politisches Handeln.
    Oktober: Nach Deutschland zurückgekehrt, hält er unter dem Namen Ludwig Renn Vorträge für Arbeiter über die Geschichte Chinas an der VHS Zwickau.

  • 1928

    Januar: Er tritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein.
    ab September: Die "Frankfurter Zeitung" veröffentlicht im Vorabdruck seinen Roman "Krieg", in dem in nüchternem Dokumentarstil der Krieg aus der Sicht des fiktiven Landsers Ludwig Renn beschrieben wird.
    Er wird Mitglied des Roten Frontkämpferbunds und des Bunds Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller Deutschlands (BPRS). Seinen Adelstitel aufgebend, nennt er sich fortan Ludwig Renn.

  • 1928-1932

    Er ist Mitherausgeber der kommunistischen militärpolitischen Zeitschrift "Aufbruch" sowie - u.a. mit Johannes R. Becher - der Monatsschrift des BPRS "Die Linkskurve".

  • 1929/30

    Zwei Reisen in die Sowjetunion.

  • 1930

    Renns zweiter Roman "Nachkrieg" erscheint, in dem er die innenpolitischen Kämpfe von der Revolution 1918/19 bis zum Lüttwitz-Kapp-Putsch schildert.

  • 1931/32

    Renn hält Vorträge an der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) in Berlin.

  • 1932

    Wegen "literarischen Hochverrats" wird er während eines Vortrags verhaftet und kommt in Untersuchungshaft.

  • 1933

    Januar: Durch eine Amnestie kommt Renn wieder frei.
    28. Februar: Nach dem Reichstagsbrand wird Renn in "Schutzhaft" genommen.

  • 1934

    16. Januar: Er wird wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt.

  • 1935

    August: Entlassung aus der Haft in Bautzen.

  • 1936

    Januar: Er flieht über die Schweiz nach Spanien.
    ab Oktober: Als Kommandeur führt er das Thälmann-Bataillon und ist Stabschef der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg.

  • 1937/38

    Im Auftrag der spanisch-republikanischen Regierung unternimmt er eine Vortragsreise durch Nordamerika, Kanada und Kuba, um Hilfe für das republikanische Spanien zu erhalten.

  • 1938

    In Cambrils wird Renn zum Direktor der Offiziersschule der Volksarmee ernannt.

  • 1939

    Beim Rückzug der "Interbrigaden" über die französische Grenze wird Renn im Lager St. Cyprien interniert. Durch die Hilfe französischer Intellektueller kann er befreit werden.

  • 1940/41

    Über England und Amerika geht Renn ins mexikanische Exil. Er erhält eine Professur für europäische Geschichte und Sprachen an der Universität Morelia.

  • 1941-1946

    Er ist Präsident der Bewegung "Freies Deutschland" und des "Lateinamerikanischen Komitees der freien Deutschen".

  • 1947

    Über Murmansk kehrt er nach Deutschland zurück und wird Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). In Dresden übernimmt er die Leitung des Kulturwissenschaftlichen Instituts und die Professur für Anthropologie an der Technischen Hochschule.
    Er tritt dem Schriftstellerverband bei.

  • 1948

    Renn wird Vorsitzender des Kulturbunds Sachsen.

  • 1949

    Ehrendoktorwürde der TH Dresden.

  • 1951

    Er wechselt an die Berliner Humboldt-Universität.

  • ab 1952

    Als freier Schriftsteller in Berlin veröffentlicht er neben militärhistorischen und politischen Abhandlungen sowie Reise- und Lebensberichten vor allem Kinderbücher.
    Mitglied der Deutschen Akademie der Künste.

  • ab 1954

    Er wird vielfach staatlich und literarisch ausgezeichnet. Neben Kinderbuchpreisen vom Ministerium für Kultur der DDR erhält er zweimal den Nationalpreis der DDR.

  • 1969-1975

    Er ist Ehrenpräsident der Akademie der Künste.

  • 1979

    21. Juli: Ludwig Renn stirbt in Berlin.

  • 1980

    Seine Autobiographie "Anstöße in meinem Leben" erscheint postum. Renn schildert dort sein Leben bis zum Entschluß, der KPD beizutreten.

(sk/ka)
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