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Eintritt frei

Abgehauen

Ost-Berlin am 20. November 1976. Wenige Tage zuvor ist Wolf Biermann ausgebürgert worden, woraufhin die berühmte Petition die Runde gemacht hat und im Westen veröffentlicht wurde. Manfred Krug stellt sein Haus in Pankow für einen letzten Vermittlungsversuch zwischen den renitenten Künstlern und einigen hohen SED-Funktionären zur Verfügung. Desgleichen hat es nie vor- oder nachher in der DDR gegeben. Was niemand außer Krug weiß: Die Gespräche werden mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet. Im Juni 1977 reist Krug in den Westen aus, das brisante Band im Gepäck. 1996 erscheint der Mitschnitt in Buchform, flankiert von Tagebuchaufzeichnungen und Passagen aus Stasi-Akten. Zwei Jahre später folgt die Verfilmung durch Frank Beyer. In seiner Mischung aus Spielszenen, Originaldokumenten und Krugs direkt in die Kamera gesprochenen Kommentaren bietet Abgehauen einen komplexen Rückblick auf ein verschwundenes Land und seine Menschen – ein Höhepunkt der deutschen Fernsehgeschichte. (cl)