
Die Ähnlichkeit des seit 40 Jahren im Spielfilmstudio der DEFA tätigen Pförtners Otto Gratzick (Erwin Geschonneck) mit dem gerade bei Dreharbeiten von der Leiter gefallenen Filmstar Hermann Geschwinder (ebenfalls Erwin Geschonneck) bringt den Regisseur (Winfried Glatzeder) auf eine Idee: Otto Gratzick könnte als Double einspringen und den berühmten Schauspieler bei den letzten beiden Szenen seines fast abgedrehten Films So ist das Leben vertreten. Der Pförtner, ein großer, zu Tagträumen neigender Asta-Nielsen-Verehrer, übernimmt die Aufgabe. Während der immer wieder an Kleinigkeiten scheiternden Dreharbeiten beschließt er, eine Heiratsannonce aufzugeben – in der Hoffnung, so eine neue Liebe zu finden, die dem dänischen Filmstar ähnlichsieht.
Die historischen Filmapparaturen im Vorspann von Asta, mein Engelchen sind nur die ersten filmhistorischen Reminiszenzen, die den Film mal als Zitate, mal als historisches Reenactment durchziehen. Einblicke in DEFA-Arbeitshierarchien und die Eitelkeiten von Cast und Crew zeichnen ein heiteres Bild des cineastischen Großbetriebes – immer nach dem Motto: „So ist der Kintopp, erweckt Sehnsüchte, kann sie aber nicht befriedigen!“ Überraschend: das ironische Spiel mit dem eigentlich verpönten Starwesen in der DDR. (mg)
Asta, mein Engelchen
- DDR 1980
- 35mm
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R/B: Roland Oehme, K: Jürgen Lenz, D: Erwin Geschonneck, Annemone Haase, Winfried Glatzeder, Fred Delmare, Kurt Böwe, 99'