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Jeanpaul Goergen

Berlin – Auguststraße

Mitarbeiter der Staatlichen Filmdokumentation begeben sich 1979 in die Auguststraße in der Spandauer Vorstadt, um Archivaufnahmen für das Filmarchiv der DDR anzufertigen. Neben Alltagbeobachtungen in der Straße mit ihren Brachen, Brandmauern und ihrem Fassadenstuck befragen sie Passanten über ihre Kaufgewohnheiten und ihre Wohnsituation; ein Flaschengroßhändler klagt über fehlende Ersatzteile.

1979 begleitet Günter Jordan fünf Monate lang Schüler und Schülerinnen der Klasse 5a der Bertolt-Brecht-Oberschule in der Auguststraße. Dort versucht ein unkonventioneller Lehrer, den Kindern neben dem Lehrstoff auch eine sozialistische Einstellung zu vermitteln. Mit 16mm-Kameras und einem jungen Team verfolgt Jordan die Entwicklung der Kinder Petra, Carolina und Thomas im Klassenverband und in der Pioniergruppe, aber auch in ihren Familien und während der Freizeit in dem proletarisch geprägten Kiez zwischen Koppenplatz und Monbijouplatz. Berlin – Auguststraße (1979/80) ist eine atmosphärisch dichte Studie, die auf einen erklärenden Kommentar verzichtet und mit Interviews und Gesprächen sowie dem pointierten Einsatz der Musik von Hanns Eisler die Entwicklung der Kinder zu Persönlichkeiten schildert. Ein Dokumentarfilm für Kinder: „Man muss Kindern auch begreiflich machen, dass Sozialismus keine Lehrbuchtheorie ist, sondern unser Leben und unsere Sache, und dass er gemacht und verantwortet wird von denen, die dieses Leben lieben. Und da will ich mich auch als Dokumentarist einmischen.“ (Günter Jordan, 1980) (jg)

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Berlin-Totale III. Lebens- und Wohnverhältnisse 2. Altbaugebiet Berlin-Mitte f) Auguststr.

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