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Renate Müller macht auch mit Perücke und Reifrock eine gute Figur, als Angetraute des preußischen Kuriers Lindeneck, der im Auftrag seiner Majestät Friedrich II. (Otto Gebühr in seiner Paraderolle) unterwegs ist. Der Monarch verhindert denn auch geschickt einen amourösen Fehltritt der zurückgelassenen Gattin. Statt zu ihrem Rendezvous lässt er sie kurzerhand zum Souper nach Sanssouci bringen. Hans Wollenberg lobt in der Lichtbild-Bühne den „unaufdringlichen, sympathischen Charme“ (20.12.1930) von Renate Müller, und der Rezensent des Kinematographen ergänzt: „Unnötig, dieser Künstlerin immer wieder ihre tonfilmischen Qualitäten zu bestätigen. Sie sieht blendend aus. Findet trotz der großen Vielseitigkeit, die das Manuskript verlangt, jedesmal den richtigen Ton und den richtigen Ausdruck.“ (20.12.1930)

Der erste Tonfilm der immens erfolgreichen Fridericus-Rex-Serie wird indes zum Politikum. Bei der Premiere werden linke Störer, die den Film als nationalistisch und kriegstreiberisch geißeln, gewaltsam entfernt, während „Deutschland erwache!“ Rufe geduldet werden. In seinem Tagebuch notiert der zukünftige Propagandaminister Joseph Goebbels „ganz ergriffen“ gewesen zu sein, den Schluss findet er „fabelhaft.“ (29.12.1930) Das Schlussbild zeigt den alten Fritz bei der Abnahme der Militärparade, seine Soldaten ziehen in den siebenjährigen (Angriffs‑)Krieg gegen die Sachsen; der Kurier hat die entscheidende Depesche pünktlich nach Potsdam gebracht. (fl)

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