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Einführung: Tilman Schumacher ∙ Zu Gast: Rita Azevedo Gomes

Fuck the Polis beschreibt eine Reise, eine in die Fremde und ins eigene Innere. Irma bricht, kürzlich die Nachricht von einer schweren Krankheit erhalten, nach Griechenland, ihrem Sehnsuchtsland, auf. Ihr bleibt nicht viel Zeit, die heiligen Stätten zu besuchen, sich den Göttern, der Musik zu nähern. Wir sehen hiervon so gut wie nichts, zumindest nichts, was einem klassischen Spielfilmszenario entspräche. Meereswogen, vom Wind bewegte Blüten und Gräser, Menschen, die Passagen aus Werken von João Miguel Fernandes Jorge, Lord Byron, Albert Camus und anderen verlesen. Ein metaphysischer Travelogue, literarisch umschlossen und doch bedeutungsoffen. Auch ein Rätsel: Nach gut 20 Jahren kehrt Irma, von der Filmemacherin gespielt – oder verkörpert sie sich selbst? –, auf die Inseln von damals zurück; der Film geht nun andere Wege, gradlinig sind auch diese nicht. Ein persönlicher, zwischen alltäglichen und poetisierten Bildern pendelnder Film und zugleich ein Digitalkamerabrillanz, Handywackelbilder und Filmkorn mühelos vereinender Essay, für den Rita Azevedo Gomes 2025 beim Filmfestival FID Marseille den Hauptpreis erhielt.

Auch A Conquista de Faro baut sich eine eigene Welt, verbindet Alltägliches mit Traumhaftem, Gegenwart mit Geschichte, Witz mit Pathos – atemberaubend fotografiert von Gomes‘ Stammkameramann Acácio de Almeida. (ts)

Fuck the Polis


PT 2025
DCP
OmeU

R: Rita Azevedo Gomes, B: Rita Azevedo Gomes, Regina Guimarães, K: Rita Azevedo Gomes, Bingham Bryant, Maria Novo, D: Rita Azevedo Gomes, Maria Farantouri, Bingham Bryant, Mauro Soares, João Sarantopoulos, Maria Novo, 74‘

A Conquista de Faro


PT 2005
35mm
OmeU

R: Rita Azevedo Gomes, B: Agustina Bessa-Luís, K: Acácio de Almeida, D: João Reis, Leonor Baldaque, João Pedro Bénard, Rita Durão, Rafael Almeida, 33‘