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„Liebe Sophia“ – „Lieber Jorge“. Immer wieder kehrt der vielstimmige Essayfilm Correspondências in Form von Briefanfängen zu seinem Ausgangsmaterial zurück: In den Jahren 1957 bis 1978 schrieben sich die portugiesischen Schriftsteller*innen Sophia de Mello Breyer Andresen und Jorge de Sena über den Atlantik hinweg Briefe. Ein Austausch, der zum Spiegelbild der politischen Umbrüche Portugals wird, denn Jorge lebt im erzwungenen Exil, während Sophia im vom Faschismus gebeutelten Heimatland geblieben ist. Ihre schriftliche Verbindung ist zugleich Zeugnis einer innigen Freundschaft. 

Rita Azevedo Gomes widmet ihr eine filmische Hommage, indem sie die titelgebenden Korrespondenzen und weitere Werke der Autor*innen zu einem dichten Filmtext verwebt. Historische Aufnahmen finden sich neben inszenierten, performativen Situationen, in denen Texte mal allein, mal im Wechsel, mal mit, mal ohne Vorlage, mal auf Portugiesisch, mal auf Französisch oder Englisch gelesen werden. Immer wieder wandern die eingesprochenen Passagen ins Off, werden assoziiert mit Archivmaterial, Kamerafahrten, Splitscreens und Bildüberlagerungen. Eine filmisch-literarische Reise über große Motive und Themen: Sehnsucht, Verlust, Zusammenhalt, die Kunst und, nicht zu vergessen, das Meer. (lv)

Correspondências