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Ein Strandhotel irgendwo an der spanischen Küste. Ein Filmteam wartet auf Starregisseur Jeff (Lou Castel), auf Filmmaterial und Fördergeld aus Bonn. Statt ihrer Profession nachzugehen, schaukeln sich die Konflikte der Crew hoch, wird Cuba Libre gesoffen und miteinander geschlafen. Die Hotellobby: ein Hort der Sehnsüchte und Gemeinheiten, von Michael Ballhaus mit eleganten Raumstaffelungen und raffinierten Farbdramaturgien wie eine große Theaterbühne inszeniert. Fassbinder selbst spielt einen aufbrausenden Aufnahmeleiter, Ingrid Caven eine Frau an der Hotelbar, die gerne Statistin im Film wäre und die sexuellen Fantasien der männlichen Crewmitglieder befeuert. Über vierzig Jahre später wird Caven in Rita Azevedo Gomes‘ A Portuguesa (2018) ihren bislang letzten Auftritt haben. 

In Warnung vor einer heiligen Nutte ist der gesamte Fassbinder- und antitheater-Kosmos vertreten. Ein Meta-Film über das Zusammenbrechen einer Gruppe und Machtspiele am Filmset. Auf die Frage, wovon Patria o muerte denn erzähle, antwortet Jeff am Ende: „Das wird ein Film über Brutalität. Über was soll man sonst schon Filme machen?“ (ts)

Warnung vor einer heiligen Nutte