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Einführung: Tilman Schumacher

Ein Kleinod des bundesdeutschen Pop-Surrealismus gelingt Reinl mit dem zweiten seiner drei Beiträge zur Jerry Cotton-Serie. Noch heftiger als in den anderen Verfilmungen der populären Groschenheftreihe kollidieren in Der Tod im roten Jaguar sehr teutonische Produktionsverhältnisse mit einem an amerikanischen B-Movies geschulten, weltläufigen Hard-Boiled-Gestus – etwa wenn in rasanten, dynamisch montierten Verfolgungsjagden stock footage aus San Francisco zwischen Straßenaufnahmen des Berliner Märkischen Viertels montiert wird.

Die Geschichte, in die der von Ralph Nader mit einer lässigen, ein wenig windschiefen Kaltschnäuzigkeit verkörperte G-Man Jerry Cotton gerät, hat es in sich: Cotton ist einer amerikaweit aktiven Geheimorganisation, die verlorene Seelen durch psychologische Manipulation in Auftragsmörder verwandelt, auf der Spur. Neben den reichlich verschrobenen Killern gehören ein groovender Peter-Thomas-Score und Franz X. Lederles weitwinkellastige, teils experimentelle Kameraarbeit zu den Attraktionen eines Films, der erzählerisch wie audiovisuell seiner Zeit um Jahre voraus ist. (lf)

Der Tod im roten Jaguar

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