
Wegen einer Schatzkarte wurde sein Vater ermordet. Nun sinnt der junge Fred (Götz George) auf Rache und tut sich mit dem Apachenhäuptling Winnetou (Pierre Brice) sowie dessen bleichgesichtigem Freund Old Shatterhand (Lex Barker) zusammen. Gemeinsam legen sich die drei mit dem habgierigen Colonel Brinkley (Herbert Lom) an. Dessen blutrünstige Schergen werden in einer besonders spektakulären Szene nicht, wie im Western gemeinhin üblich, von der Kavallerie, sondern von wohlmeinenden Indigenen in die Flucht geschlagen.
Wohin sie auch kommen: Fast jeder in diesem Film begrüßt Winnetou und Old Shatterhand wie alte Bekannte. Großen Teilen des Kinopublikums dürfte es bei der Premiere 1962 ähnlich ergangen sein. Karl Mays Westernromane waren über Generationen hinweg nicht wegzudenken aus deutschen Jugendzimmern. Dennoch war die erste Verfilmung eines May-Amerikaromans für die produzierende Rialto angesichts der vermeintlich übermächtigen Hollywood-Westernkonkurrenz ein Wagnis – schließlich entstand der Film noch einige Jahre vor der italienischen Westernwelle. Der Schatz im Silbersee versucht klugerweise gar nicht erst, die amerikanischen Erfolgsrezepte zu kopieren. Vielmehr erfinden Reinl und sein Team ihren eigenen Wilden Westen. In Kroatien, wo Kameramann Ernst W. Kalinke umwerfend-dynamische Scope-Aufnahmen gelingen, die Komponist Martin Böttcher mit epischen Ohrwürmern unterlegt. Der Rest ist Populärkinogeschichte. (lf)
Der Schatz im Silbersee
- BRD/FR/JU 1962
- 35mm
-
R: Harald Reinl, B: Harald G. Petersson nach Motiven von Karl May, K: Ernst W. Kalinke, M: Martin Böttcher, D: Lex Barker, Pierre Brice, Herbert Lom, Götz George, 110’