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Ein gutes Filmdrittel ist mit Rasierklingenmorden, zwielichtigen Schlossbesuchern, Erpressungen, treibenden Jazzklängen und den Vorbereitungen für einen Postzugüberfall vergangen, da entführt uns Reinls vierter, in schwarzweißem Ultrascope gedrehter Beitrag zur Edgar-Wallace-Krimiserie ins Innere eines Stripteaselokals. Eine Tänzerin hat sich ihren Büstenhalter abgestreift, ihre freigelegte Brust ist – ungewöhnlich für einen deutschen Genrefilm Mitte der 1960er Jahre – kurz zu sehen. Mit einem Mal pirscht sich eine schwarzbehandschuhte Person heran, klappt die bereits zu Filmbeginn etablierte Rasierklinge auf und durchschneidet der hinter einen Vorhang gleitenden Tänzerin die Kehle. Eine Blutfontäne besudelt das Tuch. 

Wegen Szenen wie dieser im Nachtclub erteilte die FSK erstmals einem Wallace-Krimi eine Altersfreigabe erst ab 18 Jahren. Das war schlecht fürs Geschäft, schielte die Reihe doch auf den Kinobesuch sensationslüsterner Jugendlicher. Zimmer 13 besitzt einen außergewöhnlichen Härtegrad, der stilbildend für eine Welle italienischer Thriller, die sogenannten Gialli, wurde, die ab Mitte der 1960er Jahre mit einer auffälligen Affinität für schwarze Handschuhe und traumatisierte Mörder*innen das Kino regelrecht fluteten. (ts)

Zimmer 13