Direkt zum Seiteninhalt springen

Bevor sich Reinl ab den 1960er Jahren mit Kassenschlagern wie der Edgar-Wallace- und Winnetou-Reihe vermehrt dem action- und spannungsgeladenen Unterhaltungskino zuwandte, inszenierte er mehrere in sich gekehrte Dramen mit Glaubensthematik, die heute kaum je zur Aufführung kommen. Hinter Klostermauern sticht unter diesen Werken durch seinen Gegenwartsbezug und seine Ernsthaftigkeit heraus. Denn durch den kargen Kreuzgang des titelgebenden Klosters weht noch der eisige Wind der notgeplagten Nachkriegsjahre.

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, muss der spiel- und raufsüchtige Trinker Thomas Holinka feststellen, dass seine Freundin Kathrin und ihr gemeinsamer unehelicher Sohn Peter aus ihrer alten Wohnung ausquartiert wurden und keine Bleibe mehr haben. Kurzerhand schafft Thomas Fakten und zieht mit ihnen in ein scheinbar verlassenes Kloster – ohne zu wissen, dass dort bald das Leben zurückkehren wird. Welten prallen fortan aufeinander. Eine Familie, die nach allem, was geschehen ist, an keinen Gott mehr glaubt, trifft auf Ordensschwestern, die ihr Leben in den Dienst Gottes stellen. Reinl erzählt die Parabel in einem auf wenige Orte beschränkten Mix aus neorealistischem Gegenwartsbild, eruptivem Körperkino und katholisch erbaulichem Glaubensmelodram. Ein Film über Liebe, Glaube, Hoffnung in harten, oft düster beengten Bildern. (ts)

Hinter Klostermauern

Weitere Termine