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„Kriegsfilme sind jetzt die große Mode. Natürlich keine, die sich ernstlich mit den Ursachen oder mit dem ungeschminkten Gesicht des Krieges auseinandersetzen, sondern vorwiegend Heldenschnulzen. Natürlich werden einige hundert Meter dokumentarischer Kriegsaufnahmen eingeblendet, natürlich gibt es ein paar Sterbende, aber vom eigentlichen Grauen, Entsetzen und Verbrechen des Krieges ist faktisch nichts zu sehen. (…) Im Vordergrund steht: der herrliche, humorvolle, tapfere deutsche Mensch in Uniform.“ (Der Tag, 19.6.1958) Die in Der Tag erschienene, gereizte Pressestimme steht stellvertretend für viele weitere, die Reinls Beitrag zum Kriegsfilm-Revival der westdeutschen 1950er Jahre mit Unverständnis begegneten. Die grünen Teufel von Monte Cassino erzählt die historisch verbriefte, jedoch umgedichtete Geschichte eines deutschen Oberstleutnants, der aus dem 1944 von der Wehrmacht besetzten Benediktinerkloster Montecassino Kunstschätze nach Rom abtransportieren ließ, ehe die Alliierten die Anlage bombardierten. Eine humanistische, auf Friedenszeiten gerichtete Tat, so die Stoßrichtung der Geschichte. 

Eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Kriegsursachen sucht man in Die grünen Teufel von Monte Cassino vergebens – wie übrigens auch in Reinls Folgefilm, dem revisionistischen Heldengesang U47 – Kapitänleutnant Prien (1958). Sie bleiben Reinls einzige Ausflüge in die Zeit des Zweiten Weltkrieges; alsbald wendet er sich, merklich an Action interessiert, den großen auf Edgar Wallace, Karl May und Co. basierenden Kinoreihen zu. (ts)

Die grünen Teufel von Monte Cassino