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Ein Film, bedrohlich schwelend wie Magma: František Vláčils Adaption von Vladislav Vančuras Roman überträgt das böhmische Mittelalter des 13. Jahrhunderts nicht in ein kostümiertes Historienspektakel, sondern in einen Zustand roher, vorzivilisatorischer Gegenwärtigkeit. Zwei verfeindete Raubrittersippen – die von Kozlík und die von Lazar – ringen um Macht und Ansehen, während der König beide zu entmachten sucht. Als Kozlíks Sohn Mikoláš aus Rache für eine erlittene Schmach Lazars Tochter Marketa entführt, die eigentlich fürs Kloster bestimmt war, beginnt ein Passionsspiel, das zwischen Gewalt und Zärtlichkeit, zwischen heidnischer Triebhaftigkeit und christlicher Demut hin- und herpendelt. Regisseur Vláčil, der sich für seinen Film monatelang mit Falknerei, Waffenschmieden und mittelalterlicher Musik beschäftigte, erschuf mit Kameramann Bedřich Batka und Komponist Zdeněk Liška ein Werk von geradezu archaischer Wucht: wild ausschlagende Visionen ohne Zentralperspektive, ohne Psychologie, ohne Linearität – irgendwo zwischen Akira Kurosawas Schloss im Spinnwebwald, Ingmar Bergmans Jungfrauenquelle und Andrej Tarkovskijs Andrej Rubljow angesiedelt. (re)

Marketa Lazarová