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Einführung: Claus Löser

Zwei beunruhigende Preziosen von Jan Švankmajer. In der ersten läuft ein Mädchen mit einem Körbchen die Treppe eines Wohnhauses hinunter in den Keller, um Kartoffeln zu holen. Dort sieht es sich mit seinen kindlichen Ängsten konfrontiert; im Halbdunkel verlebendigen sich Dinge, der Nachbar schläft im Kohlenkeller und eine schwarze Katze huscht riesenhaft durch die Gänge.

Thematisch, atmosphärisch und gestalterisch mutet der Kurzfilm Do pivnice wie eine Vorstudie zu Švankmajers erstem abendfüllenden Film an: Auch in Něco z Alenky erschafft der große Surrealist ein albtraumhaft-groteskes Universum und kombiniert Realfilm-Aufnahmen mit Stop-Motion-Animation. Wie das Buch von Lewis Carroll verweigert sich die Verfilmung jeder erzählerischen Gewissheit. „Ein Film für Kinder“, erklärt Alice zu Beginn, „möglicherweise“!

Ein ausgestopfter weißer Hase wird lebendig, schüttelt sich die Holzwolle aus dem Leib und weist der Titelheldin (Kristýna Kohoutová, einzige echte Darstellerin im Film) den Weg aus der Enge ihres Kinderzimmers in ein „Wunderland“. Die bizarren Begegnungen, die Alice dort mit animierten Kreaturen macht, spotten jeder Logik. Zuletzt bleibt sogar offen, ob sie am Schluss wieder in der realen Welt ankommt oder in dieser Art unheimlichem Metaversum gefangen bleibt. (mo)

Claus Löser ist Kurator, Filmhistoriker und -publizist.

Něco z Alenky


ČSSR/GB/BRD/CH 1988
DCP
OmeU

R: Jan Švankmajer, B: Jan Švankmajer nach Motiven von Lewis Carrolls Alice in Wonderland, K: Svatopluk Malý, D: Kristýna Kohoutová, 86’

Do pivnice


ČSSR 1983
DCP
ohne Dialog

R/B: Jan Švankmajer, K: Juraj Galvánek, D: Monika Belo-Cabanová, Ol’ga Vronská, Alexander Letko, 15’