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Einführung: Rebecca Heiler

In ihrer perfekt ausgestatteten Küche finden sich alle Köstlichkeiten, die ein Mann sich nur wünschen kann. Was sich die namenlose Frau um die vierzig wiederum wünscht, ist jemand, der sie endlich heiratet. Deshalb trifft es sich hervorragend, dass plötzlich ein längst vergessener Jugendfreund zu einem exzellent zubereiteten Abendessen eingeladen werden will. Doch Bohouš Čert – nomen est omen – entpuppt sich als Satan in menschlicher, oder besser: männlicher Gestalt. Hemmungslos verschlingt der fressgierige Despot Unmengen an Essen, hat weder Benehmen noch Respekt und ist so arrogant wie undankbar.

Die einzige Regiearbeit von Drehbuchautorin, Kostüm- und Szenenbildnerin Ester Krumbachová, entstanden während des Prager Frühlings, ist eine bittere Farce über das Patriarchat und die daraus abgeleiteten traditionellen Geschlechterrollen, die hier so lange durchgespielt werden, bis der zunehmend surreale Albtraum sein Ende findet. Der Ausstattungskünstlerin Krumbachová genügen eine Frau, ein Mann und ein Esszimmer, um diese erste explizit feministische Arbeit des tschechischen Kinos als ein groteskes Kammerspiel über die Bühne gehen zu lassen. Wird frau den Teufel, den sie rief, wieder los? Ja, wenn sie will. Die Behörden untersagten die Aufführung des Films 1972 dauerhaft und Krumbachová selbst wurde mit einem vollständigen Berufsverbot belegt. (mp)

Rebecca Heiler ist Leiterin des Festivals goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films

Vražda ing. Čerta