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Zu Gast: Antonín Šilar und Ondřej Cikán

Die Geschichte ist so dramatisch wie schnell umrissen: Eine wunderschöne Braut. Ein gebrochener Held. Eine surreale Odyssee. Thaïs wird während ihrer Hochzeit mit Menandros von Piraten entführt. Auf der Suche nach ihr verwandelt sich der Bräutigam in ein blutrünstiges Monster, seinem Pferd wachsen Flügel, eine Hexe bemächtigt sich seiner, König Xerxes lässt ihn entmannen – und doch geht am Ende alles glücklich aus

Ondřej Cikán, ein in Wien und Prag arbeitender klassischer Philologe, Verleger, Übersetzer und Schriftsteller, hat sich für seinen Roman Thaïs (2011) an den Vertretern spätantiker ‚Schundromane‘, namentlich an von Ephesos und Chariton von Aphrodisias, orientiert und ein ebenso rasantes wie poetisches Abenteuer- und Liebesepos vorgelegt. Gemeinsam mit Antonín Šilar verfilmte er den Stoff fünf Jahre später selbst. Das Resultat: kein Sandalenfilm im klassischen Sinn, sondern ein bizarrer Solitär.

Entstanden ist der Film nicht zuletzt mit Unterstützung der FAMU, jener Prager Filmhochschule, die dem tschechischen Kino seine eigensinnigsten Köpfe gegeben hat – und deren Neigung zum (Über-)Sinnlichen, Verspielten und Genrehaften in Menandros & Thaïs unübersehbar nachwirkt. (re)

Antonín Šilar ist Kostüm- und Bühnenbildner sowie Regisseur.

Ondřej Cikán ist Autor, Übersetzer, Verleger und Filmemacher.

Menandros & Thaïs