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Wer im slowakischen Bábindol im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen – aber auch nicht mit Schlüsseln. Überhaupt geht es im Dorf hoch her: Da ist ein Mädchen im rosa Kleid, das sich als Hochseilakrobatin versucht, während die Wirtin den Vater ihrer acht Töchter seit Jahren vergeblich vor den Altar zerren möchte. Und schließlich Pierre, ein alter Franzose mit Rauschebart, der das verschlafene Nest mit seinen Ideen und dem Versprechen eines Wunders aufmischt: Bei einem Fest im Botanischen Garten will er Wasser in Wein verwandeln. Elo Havetta verzichtet in seinem Langfilmdebüt auf eine lineare Erzählweise und entwirft ein buntes Szenenkarussell voller absurdem Humor – mit Jahrmarktsattraktionen, fahrenden Musikern, slowakischer Folklore, mystischem Katholizismus und sogar einem durchs Dorf spazierenden Elefanten. Als einer der eigenwilligsten Vertreter der Slowakischen Neuen Welle drehte Havetta Slávnosť v botanickej záhrade unmittelbar nach dem Ende des Prager Frühlings. Von offizieller Seite als „ideologisch unliebsam“ eingestuft, wurde der Film kurz nach der Premiere aus dem Verleih genommen. Mit Ľalie poľné (Feldlilien, 1972) konnte Havetta nur noch einen weiteren Film verwirklichen. Er starb 1975 im Alter von nur 36 Jahren in Bratislava. (mp)

Slávnosť v botanickej záhrade