Sonntag, 06. Dezember 2026, 18.00 Uhr
Lída Baarová – Zkáza krásou
Lída Baarová – Doomed Beauty

Das zerfurchte Gesicht einer alten Dame, die Augenlider gesenkt, schwer von der Erinnerung, doch die Stimme immer noch bezaubernd: Lída Baarová (1914–2000), einstige Diva des tschechoslowakischen Kinos. Ihre Schönheit war Schlüssel ihres Erfolgs und Verhängnis zugleich. Mit kaum Zwanzig steigt sie zum führenden weiblichen Filmstar des Prager Barrandov-Studios auf, spielt aber auch in Berlin bei der UFA, etwa 1935 in Barcarole an der Seite von Gustav Fröhlich. Mit ihm hat sie eine stürmische Liaison, doch erst ihre Affäre mit Propagandaminister Joseph Goebbels macht sie zur Feindin ihres eigenen Landes und später zum Symbol der Nazi-Kollaboration. 1948 verlässt sie Prag, zieht nach Salzburg, lebt hier bis zu ihrem Tod in Einsamkeit und Isolation. Ebendort filmen Helena Třeštíková und Jakub Hejna das dramatische Geständnis der Schauspielerin, belassen es aber nicht bei der Version Baarovás, sondern konterkarieren ihre Selbstdarstellung als Opfer mit historischen Archivaufnahmen und Ausschnitten ihrer berühmtesten Filme, stellen damit die Tragik ihres Schicksals in Frage. „Sie wusste, mit wem sie paktierte“, ließe sich in Anlehnung an Susan Sontags Einschätzung zu Leni Riefenstahl ergänzen, denn Doomed Beauty legt als essayistische Parabel die Parameter genau offen. (bm)
Daniela Sannwald ist Film- und Kulturhistorikerin.
Lída Baarová – Zkáza krásou
- CZ 2016
- DCP
- OmeU
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R/B: Helena Třeštíková, Jakub Hejna, K: Jiří Chod, Martin Kubala, Jan Malíř, Jaromír Nekuda, 90’