Direkt zum Seiteninhalt springen

Der Sprachwitz der Screwball-Komödie mitsamt seiner sexuell konnotierten Andeutungen ist untrennbar mit dem Einsetzen des Hays Code verbunden, mit dem sich Hollywood ab 1933 einer strengen Selbstzensur unterwarf. Kurz zuvor entstand unter der Regie von Ernst Lubitsch Design for Living über eine Ménage à trois zwischen drei Amerikaner*innen in Paris – und hielt dabei noch mit nichts hinter dem Berg. Theaterautor Tom Chambers (Fredric March) und Maler George Curtis (Gary Cooper) kommen mit großen Erwartungen nach Frankreich, fristen aber schon bald ein Dasein als wenig erfolgreiche Bohemians. Sie lernen Gilda (Miriam Hopkins) kennen, die sich von ihrem stockigen Chef aushalten lässt, nicht zuletzt, weil dieser auf eine baldige Hochzeit hofft. Gilda fühlt sich zu den beiden unbeschwerten Künstlern hingezogen – kann und will sich zwischen den besten Freunden jedoch nicht entscheiden. 

Die scheinbar klassische Konfliktsituation entlarvt Lubitschs Film, basierend auf einem Bühnenstück von Noël Coward, als Produkt gesellschaftlicher Konventionen: Der Konflikt entsteht erst dort, wo Moralvorstellungen eine Entscheidung erzwingen. Die Lösung liegt hier nicht in der Wahl, sondern im Verlassen der herrschenden Ordnung – ein Gedanke, der schon ein Jahr später, dem Hays Code sei Dank, auch im Kino kaum mehr denkbar gewesen wäre. (tk)

Design for Living

Weitere Termine