Direkt zum Seiteninhalt springen

Kurzfilmprogramm

Die Drei von der Tankstelle

Die Drei von der Tankstelle D 1930, R: Wilhelm Thiele, B: Franz Schulz, Paul Frank, Musik: Werner Richard Heymann, Liedtexte: Robert Gilbert, D: Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Oskar Karlweis, Fritz Kampers, Kurt Gerron, Felix Bressart, Comedian Harmonists, 97’ · 35 mm FR 11.03. um 21 Uhr + SA 12.03. um 21 Uhr Die drei Freunde Willy (Willy Fritsch), Kurt (Oskar Karlweis) und Hans (Heinz Rühmann) lachen, flirten und singen sich die Wirtschaftskrise fort. Zwar haben sie ihr Vermögen verloren, es ist jedoch noch genügend Geld vorhanden, um eine Tankstelle zu eröffnen. Die Lebemänner müssen nun richtig arbeiten und werden belohnt: Es geht wieder aufwärts. Bis eine wirbelnde junge Frau (Lilian Harvey) die drei Freunde auseinanderzubringen droht. In Die Drei von der Tankstelle stimmte einfach alles: die optimistische Botschaft, die Musik, die Schlager, die Chemie zwischen den Schauspielern. „Da trifft Witz und Können aller überwältigend zusammen. Jeder Takt sprühend, treibend. Der Illustrator Werner R. Heymann, der dann am schöpferischsten wirkt, wenn er seine eigenen Einfälle auswerten und steigern kann und die Linie seiner Schlager parodistisch umbiegt – ein expressives Lied und der flotte Freundschaftsmarsch sind darunter, die bestimmt populär werden (...). Die Darsteller, das jugendliche Trio, Fritsch, Karlweis, Rühmann hat bei einer so außerordentlich sorgfältigen Produktion leichten Sieg, dafür aber um so strahlenderen. Fritsch, der Männliche, Rühmann, der Kindliche, setzten ihren ganzen persönlichen Charme ein, dazu Karlweis als Dritter im Bunde, mehr Hintergrund für die beiden kräftigeren Profile. Die drei Tankjungens werden sicher populär werden, ihr Frohsinn wirkt ansteckend.“ (Ernst Jäger, Film-Kurier, 16.9.1930). Tatsächlich bahnte der phänomenale Publikumserfolg des Films Fritsch und Rühmann glänzende Karrieren im Tonfilm, die vom Machtantritt der Nationalsozialisten nicht unterbrochen wurden. Just einen Tag vor der Premiere von Die Drei von der Tankstelle wurde die NSDAP bei den Reichstagswahlen zur zweitgrößten Partei im Parlament. Anschließend trieb sie ihren aggressiven Kampf um die Macht und die Diffamierung jüdischer Bürger und speziell auch Filmschaffender danach noch schamloser und noch offener voran. Wenn die drei Freunde singen „Ein Freund bleibt immer Freund, auch wenn auch die ganze Welt zusammen fällt“, dann schließt das Lied im Film den jüdischen Schauspieler Oskar Karlweis selbstverständlich mit ein. Wie traurig, dass das Leben kein Chanson ist: Karlweis musste 1933 aus Deutschland emigrieren – wie auch der Regisseur Wilhelm, der Komponist Werner Richard Heymann, der Produzent Erich Pommer und viele andere Beteiligte. (ps)