Direkt zum Seiteninhalt springen

Kurzfilmprogramm

Essential Killing

Essential Killing PL/IRL/N/H 2010, R: Jerzy Skolimowski, K: Adam Sikora, D: Vincent Gallo, Emmanuelle Seigner, Zach Cohen, Iftach Ophier, 83’ · Blu-ray, OmU DO 28.04. um 20 Uhr + SA 30.04. um 21 Uhr Als Skolimowski 2010 in Venedig seinen Spielfilm Essential Killing vorstellte (und den Großen Preis der Jury gewann), war die Überraschung groß. Der 72-jährige Regisseur, der sich in seinen filmischen Schaffenspausen intensiv der Malerei gewidmet hatte, katapultierte sich mit dieser Arbeit zurück in die erste Riege der europäischen Autorenfilmer. Aus seinem Film spricht deutlich die Empörung über Menschenrechtsverletzungen, die im Windschatten des „Kriegs gegen den Terror“ verübt wurden. Auch in seiner polnischen Heimat existierte ein vom CIA unterhaltenes Gefangenenlager, in dem gefoltert wurde. Als Essential Killing gedreht wurde, kursierten darüber Gerüchte. Skolimowski siedelte das Geschehen in einem anonymen osteuropäischen Land an. Nach Verschleppung und Folter kann Mohammed fliehen. Er schlägt sich tagelang durch eine tief verschneite Landschaft. Ständig bedroht von einer lebensfeindlichen Natur und seinen Verfolgern, wird er seinerseits zur tödlichen Bedrohung für andere. Essential Killing beschreibt die Kette von Gewaltakten jenseits politischer Parteinahme phänomenologisch als unheilvolle Eigendynamik. Skolimowski findet großartige, weil nachhaltig verstörende Szenen und Bilder. Der als extrem kompliziert geltende Vincent Gallo spielt die Hauptrolle des flüchtigen Taliban durchweg präzise und mit teilweise fast beängstigender Empathie. (cl)