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Kurzfilmprogramm

Künstlerische Aktionen und Inventionen an der Berliner Mauer

Walking Nr.2 BRD 1965, R: KP Brehmer, ca. 2' · Beta Sweet Wall BRD 1970, K: KP Brehmer, D: Allan Kaprow, ca. 3' · BetaSP The Wall USA/BRD 1976/2007, R: Gordon Matta-Clark, 15' · BetaSP Grenzverletzung BRD 1982, K: Jochen Heyermann, 7' · DVD Berlin Tourist Journal BRD/USA 1988, R: Ken Kobland, P: Ken Kobland & DAAD-Berlin, 19' · BetaSP Die Endlichkeit der Freiheit DDR/D 1990, R: Heinz Peter Schwerfel, K: Christian Lehmann, 75' · 16 mm  Die Anweisung für KP Brehmers Walking Nr. 2 ist ebenso einfach wie klar: 18 Meter Filmmaterial – 18 Meter Weg bis zur „Mauer”. Der Film ist beendet, wenn die Kamera an die „Mauer” stößt und 18 Meter Film belichtet sind. Fünf Jahre später filmt KP Brehmer wieder im Grenzgebiet. Auf Initiative des Berliner Galeristen Rene Block errichtet der amerikanische Happening-Künstler Allan Kaprow unweit der Berliner Mauer eine Sweet Wall, deren Fugen mit Brot und Marmelade verkittet sind, um sie dann wieder einzureißen. Gordon Matta-Clark kam 1976 als Teilnehmer der von der Akademie der Künste und den Berliner Festwochen organisierten Ausstellung Soho in Berlin nach Berlin mit der Intention, einen Teil der Berliner Mauer in die Luft zu sprengen; Freunde rieten ihm von dieser selbstmörderischen Aktion ab. Letztendlich realisierte er die aufgezeichnete Performance The Wall. Der Berliner Künstler Stephan Elsner brachte 1982 im Rahmen seiner Arbeit zum Thema Grenzverletzung ein Stück Mauer tatsächlich zum Einsturz. Der Experimentalfilmer Ken Kobland kommt 1988 mit dem DAAD aus den USA nach Berlin. Sein Film Berlin Tourist Journal ist eine Reaktion auf seine Gefühle und Gedanken zur geteilten Stadt. Unter dem Titel Die Endlichkeit der Freiheit fand im Sommer 1990 eine von dem Schriftsteller Heiner Müller und der Künstlerin Rebecca Horn organisierte Ausstellung statt. Eingeladen war ein knappes Dutzend prominenter Konzeptkünstler aus aller Welt, die mit ihren Werken im öffentlichen Raum eine Brücke des Dialogs schlagen sollten zwischen „dem, was einigt, dem, was trennt, und dem, was vielleicht nie wiedervereinigt werden kann” (Heiner Müller). Der Filmessay Die Endlichkeit der Freiheit entstand in dreiwöchiger Drehzeit während der Aufbauphase der Ausstellung. Er versucht, die eigens für Berlin konzipierten Werke mit filmischen Mitteln weiterzudenken und in den geschichtlichen Kontext Berlins zu stellen. (jh) SA 01.11. um 18.00 Uhr · Einführung: Lutz Henke · Eintritt frei