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Nachdem die neunte Ausgabe der documenta im Rahmen eines großen Open Air-Filmfestivals unter dem Titel „Jazz – Baseball – Boxen“ überwiegend populäre Arthouse-Filme unter Sternenhimmel präsentiert und öffentlichkeitswirksam ein breites Publikum zu erreichen versucht hatte, beschritt die documenta 1997 einen neuen Weg. Mit Unterstützung von Sony lud sie Filmemacher*innen zu einem kulturellen Statement ein, und neben die Film- und Videoinstallationen, die bereits in den Ausstellungsräumen einen breiten Raum einnahmen, traten sechs im Kino präsentierte und später von einem Filmverleih vertriebene Eigenproduktionen der documenta, die das ZDF und arte finanzierten. Unter den eingeladenen Regisseur*innen war als einzige Frau die Filmemacherin Antonia Lerch, deren Berlin-Film Letzte Runde Menschen unterschiedlicher Herkunft portraitiert, die zwischen Mitternacht und Morgendämmerung in Kneipen oder Bars zusammensitzen. Ihre Gesprächsthemen sind disparat. Von Dienstplänen, Fledermäusen, Organtransplantationen oder Beziehungskisten ist die Rede. Ein Bild eher des multikulturellen Neben- als Miteinanders. (jf)

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