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Kurzfilmprogramm

Liebe so schön wie Liebe

Liebe so schön wie Liebe BRD 1971, R/B: Klaus Lemke, K: Bernd Fiedler, D: Sylvie Winter, Rolf Zacher, Marquard Bohm, Isolde Nist, Klaus Lemke, Hark Bohm, 80' · 35 mm SA 07.05. um 21 Uhr Eine romantische Hippie-Komödie von Klaus Lemke, der lose mäandernd der Liebe folgt, anstatt eine klar umrissene Geschichte auch nur in den Blick zu nehmen: Nachdem ihr Ex-Freund sich verheiratet hat, plagt Sylvie Liebeskummer. Als ein vom jungen Rolf Zacher gespielter, sich als GEZ-Behördenmann ausgebender Betrüger in ihrer chaotischen Frauen-WG aufschlägt, verliebt sie sich kurzerhand in den jungen Mann. Es folgen heitere, frei improvisierte, auch formal überschäumende Episoden im Wechsel mit melancholisch-reflektierenden Szenen. Neben Gastauftritten unterschiedlichster Tiere spielen Lemke selbst und Marquard Bohm lose ans Geschehen gekoppelte Sonderlinge aus dem Münchner Milieu, die abstruse Gags aufführen. Der „Rocker" unter den wilden deutschen Jungfilmern lässt den Machismo in diesem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Film für einmal fallen und zeigt sich in seinem „Loblied der Faulheit" (Filmdienst, 20/1972) von der zärtlichsten, experimentierfreudigsten, aber auch bekifftesten Seite – gerade so, als würde er beim Purzelbaumschlagen das Leben und die Liebe selbst umarmen wollen. Das Ende bildet eine in ihrer radikalen Weltflucht melancholische Utopie. Ein „verspielter, ungeheuer freier Film über das Sichverlieben und das Verliebtsein, ein Film, in den man sich verlieben kann." (Thomas Groh, taz, 02.08.2012). (thg)