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Liebesleute

Dass Renate Müller nicht nur in leichten Komödien glänzen kann, beweist sie mit ihrem intensiven Spiel in Liebesleute, Erich Waschnecks freier Adaption von Goethes Hermann und Dorothea, die allerdings deutliche Spuren ihrer Entstehungszeit besitzt. Das Gut von Baron von Goren (Heinrich Schroth) steht kurz vor der Zwangsversteigerung, weshalb dessen Sohn Hermann (Gustav Fröhlich) seine wohlhabende Jugendfreundin Helga (Gina Falckenberg) heiraten soll. Eines Abends werden sie zum Bahnhof gerufen, wo ein Güterzug mit deutschstämmigen Flüchtlingen aus Kanada eingetroffen ist; die dortigen Missernten haben diese „heim ins Reich“ getrieben. Da Hermann mit der Essensverteilung an die ausgehungerten Massen überfordert ist, übernimmt dies kurzerhand die Geflüchtete Dorothea (Renate Müller), die schließlich auf dem Gut bleibt.

Trotz des unverkennbaren „Blut-und-Boden“-Subtextes gelingt dem Regie-Routinier Erich Waschneck ein exzellent gespieltes, atmosphärisch dichtes Drama, das den harten Alltag auf dem Gutshof ebenso präzise schildert, wie die ökonomisch nicht minder schwierige Situation in der Großstadt, in der das in Ungnade gefallene Paar vergeblich sein Glück versucht. (fl)

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"Man wird sich diesen Namen merken müssen, Müller"

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