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Meier

Meier BRD 1986, R/B: Peter Timm, K: Klaus Eichhammer, M: Peter Goldfuß, D: Rainer Grenkowitz, Nadja Engelbrecht, Alexander Hauff, Joachim Kemmer, Dieter Hildebrandt, 95’ · 35mm SA 29.06. um 20 Uhr Im letzten Jahrzehnt der deutschen Teilung mieden bundesdeutsche Filmemacher dieses Thema weitgehend, und so stammt nicht von ungefähr einer der wenigen Kinofilme jener Zeit über „drüben“ von einem Ex-DDR-Bürger: Peter Timm, als junger Mann in der DDR erst Funktionär, dann Justizopfer, erzählte in der (Tragi-)Komödie Meier vom Leiter einer Ost-Berliner Tapeziererbrigade, der sich dank einer Erbschaft einen gefälschten West-Pass verschafft und nach einer Weltreise einen schwunghaften Privatimport begehrter Raufasertapete in den Osten beginnt. Dorthin kehrt der junge Mann immer wieder zurück, verheddert sich dabei aber in den alltäglichen Absurditäten des Lebens im geteilten Berlin. Mit seinem Erstling schuf Timm jene DDR-Satire, die in der DDR nicht möglich gewesen wäre, wobei er seine Kritik fast zu dezent vorbrachte und auch ignorante West-Berliner zeigte, die nicht verstehen, wie jemand freiwillig im Osten leben kann. Timm erhielt für Meier den Ernst-Lubitsch-Preis für die beste ko­mö­diantische Leistung im deutschen Film und den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur. (gym)