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Ferienbeginn: Ein überfüllter Nachtzug fährt zur Ostsee, auf die Halbinsel Hel. Der Zufall hat die Passagiere bunt zusammengewürfelt, darunter ausgelassene Urlauber, Seniorinnen auf Wallfahrt, Abenteurer, ein Liebespaar, ein Priester und ein Rechtsanwalt. In einem der Abteile treffen ein Arzt und eine zerstreut wirkende Blondine aufeinander. Für sie wird die Zufallsbegegnung zum Auslöser dramatischer Entwicklungen, denn im Zug fährt auch ein Mörder mit. Doch Kawalerowicz, dem Mentor des modernen polnischen Kinos, geht es nicht um einen simplen Krimiplot. Er nutzt die Dramaturgie des geschlossenen Raumes für eine zugespitzte Gesellschaftsstudie, bei der seine Landsleute überhaupt nicht gut wegkommen. Er diagnostiziert Egoismus und Ignoranz, in der Schlüsselszene sogar Sensationslust bis hin zu Lynchmord. Leon Niemczyk hält bis zuletzt souverän die Ambivalenz seiner Hauptrolle als Arzt. Er ist der unfreiwillige Gegenspieler des von Cybulski gespielten, jungen Reisenden, der im Laufe des Geschehens gleich drei Mal auf den schon abfahrenden Zug aufspringen muss. (cl)

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